„Bewegung kennt keine Grenzen“ – LernFerien 2019

Vom 21. – 25.10.2019 fanden wie in jedem Jahr die „LernFerien NRW – Begabungen fördern“ für die Sekundarstufe II statt. Anknüpfend an das diesjährige Leitthema „Bewegung“ trafen sich 25 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen EF – Q2 aus ganz Nordrhein-Westfahlen in Duisburg.

Bei den LernFerien beschäftigt man sich mit politischen, gesellschaftlichen, sozialen, ökologischen und eigentlich allen erdenklichen Fragen, die im Unterricht häufig zu kurz kommen. Zusammen mit Gleichaltrigen sowie Professoren, Fachleuten, Zeitzeugen oder Menschen mit unglaublichen Geschichten beschäftigt man sich eine Woche lang mit solchen Themen. Es gibt viel zum Mitreden und Diskutieren. Mit neuen, interessanten und teilweise auch ungewöhnlichen Projektmethoden werden diese Dinge erarbeitet. Ich erzähle euch von meinen Erfahrungen, die ich bei den LernFerien 2019 gesammelt habe.

Wir bekamen zuerst eine Einführung in das recht komplexe Thema „Bewegung“. Dazu wurde eine Wochenaufgabe festgelegt: das Erstellen eines persönlichen Kreativtagebuchs mit neuen Erkenntnissen, Videos und eigentlich allem, was uns so einfiel.

Es gab viele spannende Angebote wie zum Beispiel einen Gebärdensprache-Workshop, durch den wir einen Einblick in diese etwas andere Sprache bekamen. Auch gab es Tanzworkshops, einen Besuch im Kletterpark, Filmabende, Kunstworkshops und vieles mehr.

Aber viel erkenntnisreicher waren vor allem die Treffen mit den unterschiedlichsten Leuten.
Dazu zählte zum Beispiel das Zusammenkommen mit dem Wissenschaftler Dr. Ing. Dominik Raab, der einen interaktiven Vortrag rund um die Bewegung von morgen hielt: Anhand sehr genauer computersimulierter Bewegungsabläufe sowie Aufnahmen aus dem sogenannten „Standard-Ganglabor“ wurde uns der Nutzen der Robotik in der Medizin erklärt.

Besonders bewegend war auch das Treffen mit Alena Ehlers, der nach einer Meningokokken-Infektion beide Hände und Füße amputiert wurden. Sie erzählte uns mit einer bemerkenswerten Offenheit ihre Geschichte und beantwortete alle Fragen. Sie hat sich trotz ihrer Tiefschläge nie unterkriegen lassen und nimmt ihr Schicksal mit Humor, was sie besonders durch Aussagen wie „Man muss seine Hand nachts aufladen – das ist etwas nervig!“ zeigte. Besonders blieb mir dieser Satz von ihr im Gedächtnis: „Meine Geschichte hat mir viel genommen, sie hat mir aber auch viel gegeben.“

Zusammen mit dem Philosophen und Theologen Prof. Dr. Dr. Benedikt Göcke beschäftigten wir uns mit Fragen wie: Was ist Bewegung? Was ist Zeit? Was ist Veränderung? Und wie hängt das alles miteinander zusammen?

Bei dem Geologen Dr. Andre Banning wurde uns „Das Zeitalter des Anthropozän“ (=das menschengemachte Zeitalter) näher gebracht, darunter auch Klimawandel, Umweltschutz, Kolonisierung, Urbanisierung. Mit seinem sehr anschaulich gestalteten Vortrag traf der Mineraloge genau den Geist unserer Zeit und gewährte uns zudem Einblicke in seine wissenschaftliche Arbeit.

Wir setzten uns auch mit politischen Bewegungen wie „Fridays for Future“ auseinander. Ein Fachmann in Sachen Demokratie erarbeitete mit uns die Wesensmerkmale politischer Bewegungen und er ließ uns anhand eines frei gewählten Fallbeispiels selbst eine politische Aktion planen und organisieren.

Ein letztes Mal kamen wir zusammen, um uns über die Woche und die erarbeiteten Kurzfilme, Vorträge, Gedichte usw. auszutauschen. „Bewegung“ war nun für alle Teilnehmer ein Begriff, wenn auch ein sehr komplexer. Von nun an werden die meisten von uns ihn wohl bewusster verwenden, vor allem wegen der neu gewonnen Eindrücke und Erlebnisse.
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